Erzählnachmittag vom 15.03.2022

Erzählnachmittag

Margrith Senn-Studer

Mäggi Senn begann ihre Geschichte mit Ihrer Mutter, welche in den 30er-Jahren zusammen mit ihrem Mann Alfons Schneider das Restaurant Spielhof und das Mineralwassergeschäft führte. Über ihre Mutter habe sie so viele Geschichten über das Dorf und seine Einwohner erfahren. So auch über das Dorforiginal Jakob Schlotterbeck, welcher die Gemeinde mit seinen Streichen immer auf Trab hielt.


Das Hauptthema ihrer Erzählungen war die Badi und deren Entwicklung über nicht weniger als 46 Jahre. Von 1960 – 1970 wurde diese von Emil und Frieda Wüest geführt. Emil Wüest war Berufsfischer. Er hat Renaldo Senn gefragt, ob er Lust habe, beim Fischen mitzuhelfen. Sie selber habe oft mit Wüest’s bei Baggi gejasst und wurde angefragt, ob sie am Wochenende in der Badi helfen möchte. So lernten sich Mäggi und Renaldo kennen.


Im Vordergrund stand aber vorerst der Jugendclub, welcher Tanz-Nachmittage, Theater, und Altersnachmittage organisierte. Auch an der Räbechilbi nahm man teil. Es wurde gut verdient und so beschloss man „Les Sauterelles“ mit Toni Vescoli zu engagieren. Leider wurde der Anlass zu einem finanziellen Flop, weil ein anderer Anlass mehr Besucher anzog. Das war dann das jähe Ende des Jugendclubs.


Mit dem Tod von Emil Wüest musste die Stelle des Badmeisters neu besetzt werden. Mäggi und Renaldo haben sich beworben und die Stelle bekommen. Am 20. Mai 1971 begann eine neue Aera. Zwei Tische und acht Stühlen war alles was für die Bewirtung der Gäste zur Verfügung stand. Viele Veränderungen und auch Anschaffungen waren dringend. Über den gesamten Zeitraum waren immer wieder Um- und Neubauten erforderlich.


Wichtig war auch ein gutes Verhältnis mit den Rettungsschwimmern. Diese organisierten Jahr für Jahr den schnellsten Richterswiler Fisch. Das langjährige Personal garantierte in der Gastronomie eine Konstanz auf hohem Niveau und trug sehr viel zum Erfolg bei.


Der Brand des Bootshauses 1973 hatte die Konsequenz, dass die Badi expandieren konnte. So wurde fortan ein Sonntags-Brunch angeboten. Mit dem Aufbau des Zeltes wurden später auch Firmen-Events, Klassentreffen, Familienfeste, Taufen, Hochzeite usw. möglich. Auch 1. August-Feiern haben in der Badi stattgefunden. Nach dem Konkurs des Hotels Drei Könige, fanden die Pro Senectute-Mittagessen in den Sommermonaten in der Badi statt.
Engagement und innovative Ideen waren das, was die Badi zu einem hervorragenden Freizeit-Angebot gemacht haben.
Mit dem Dank an alle BesucherInnen schloss Mäggi Senn ihre Erzählung.

Text: Kurt Leuenberger

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